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Zu den faszinierendsten Gegenständen der altägyptischen Alltagskultur sowie der Grabausstattung gehören zweifellos die zahlreichen, oft aufwendig gearbeiteten Schmuckstücke, deren Materialfülle und Formenreichtum beeindrucken: schlichte, in verschiedenen Blau- und Grüntönen changierende Fayenceketten, fein geschliffene bunte Halbedelstein-Perlen, zierliche Armreifen und filigrane Ohrringe aus Edelmetall sowie die gesamte Göttervielfalt abbildende Amulette. 

Bereits in neolithischer Zeit schmückten sich die Ägypter mit Ketten, Armbändern, Ringen und einfachen, oft abstrakt gestalteten Amuletten aus farbigen Steinen, Elfenbein, Tierknochen, Muscheln und Schnecken. Schon damals galt Schmuck als Statussymbol und wirksamer Schutz vor Unheil. Als im 4. Jahrtausend v. Chr. die Metallbearbeitung einsetzte, sorgte die Weiterentwicklung von Handwerkstechniken auch bald für die Entfaltung des Schmuckrepertoires.

Ausgewählte Objekte der Ausstellung

Fragment eines Armreifes mit D-förmigen Querschnitt Armband aus Silberstegen mit Perlenimitation  Kette bestehend aus 32 KatzenanhängernZwei Amulette mit dem Luftgott Schuh und der Göttin Hathor als Kuh und oberer Teil eines Miniaturmenits Gürtel aus 46 Kauri Schnecken Halskette aus blauen Fayence Perlen Mondsichel-Anhänger mit Uräusschlange und WeintraubenOhrring mit Delphinkopf

Die verwendeten Materialien und der Grad der technischen Perfektion geben bei den einzelnen Schmuckstücken Aufschluss darüber, ob diese im Alltag oder als luxuriöses Accessoire bei festlichen Gelegenheiten, im Diesseits oder Jenseits, von einfachen Niltalbewohnern oder Königen, Priestern und Hofleuten getragen wurden. Silber und Lapislazuli waren die teuersten Rohstoffe, da sie aus Vorderasien und dem heutigen Afghanistan importiert werden mussten. Aufgrund des stetig anwachsenden Bedarfs an Schmuckstücken ersetzen bald billigere Materialien, vor allem leicht herzustellende Werkstoffe wie farbige Fayence und Glas die kostbaren Edelmetalle und Halbedelsteine.  

Schmuck hatte jedoch nicht nur dekorativen Charakter sondern besaß auch eine magisch-religiöse Bedeutung und sollte seinen Träger vor Krankheiten, Unheil und bösen Dämonen schützen. Daher trugen Männer, Frauen und Kinder aller Altersstufen und Gesellschaftsschichten ein oder mehrere Schutzamulette, deren Formenvielfalt von abstrakten Anhängern über charakteristische Symbole bis hin zu Götterfiguren in Menschen-, Tier- und Mischgestalt reicht. 

Die Ausstellung gibt mit ihren rund 300 antiken Originalen aus allen Epochen der altägyptischen Geschichte einen fundierten Überblick über die Schmuckvielfalt, ihre Entwicklung und Bedeutung. Die meisten der ausgestellten Objekte werden aus konservatorischen Gründen nur selten öffentlich präsentiert.

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Unser Kooperationspartner bei dieser Sonderausstellung:



Ägyptisches Museum und Papyrussammlung