TEEwege – Historie, Kultur, Genuss – 30. Juni - 3. November 2013

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Einst galt Tee als Kostbarkeit die nur Kaisern und Mönchen gereicht wurde. Heute ist er ein alltägliches Getränk – und eines der meistkonsumierten weltweit. In seiner rund 5000-jährigen Geschichte wandelte sich Tee vom Luxus- und Heiltrank zum Allerweltsgetränk. Während die Kaiser Chinas den Tee als „Schaum von flüssiger Jade“ priesen, wurde er in Europa zum Getränk der Schöngeister erkoren, eine Zuschreibung, die im Spectator (einer täglich erscheinenden Londoner Zeitung im Jahr 1711) zu der spöttischen Bemerkung führte, der Tee habe „weder die Arroganz des Weines noch das Selbstbewusstsein des Kaffees noch die affektierte Unschuld des Kakaos“.

Seine Sortenvielfalt beeindruckt. Doch stammen alle Teesorten von zwei Varianten der strauchig wachsenden Pflanze Camellia sinensis und Camellia assamica ab, die seit jahrtausenden kultiviert und im Laufe der Zeit gekreuzt und weitergezüchtet wurden. Die Kunst Tee anzubauen und zuzubereiten, spiegelt sich in einer ausgefeilten Teekunde und Teekennerschaft. Erst nach der Ernte entscheidet sich, ob aus ihren Blättern Weißer, Grüner, Schwarzer, oder Oolong Tee wird. Ausschlaggebend dafür ist die Weiterverarbeitung der geernteten Teeblätter, die getrocknet, gedämpft, fermentiert werden oder Verarbeitungsprozesse durchlaufen.

Einblicke in die Sonderausstellung

Tee trinkende ChinesenSpülkumme, Koppchen mit Unterschale und KanneZuntz Tee 1Messmer Tee

Knapp 3,2 Billionen Tassen Tee genießen die Menschen weltweit pro Jahr, das entspricht ca. 450 Tassen pro Kopf. Damit stellt Tee einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Gründe für die Beliebtheit des Getränks sind einerseits in der Vielfalt an Teesorten mit ihren verschiedenen Aromen zu suchen, andererseits gilt er auch als ein gesundheitsförderndes Getränk.

Doch neben dieser wirtschaftlichen Bedeutung ist Tee auch Träger von kulturellen Traditionen und Ausdrucksmittel religiöser und philosophischer Weltanschauungen. Für viele Völker ist ein Leben ohne Tee undenkbar. Tee prägt die kulturellen Eigenheiten ganzer Kontinente, Länder und Regionen. Das Spektrum reicht von der meditativen Teezeremonie über den Samowar und den Gebrauch von besonders edlem Porzellan bis hin zur Teatime.

Die Sonderausstellung „Teewege – Historie, Kultur, Genuss“ im Knauf-Museum Iphofen lädt zu einer Reise rund um das Kultgetränk Tee ein. Verschiedenste Leihgaben u.a. aus dem Staatlichen Museum für Völkerkunde, München; der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, Porzellansammlung; dem Deutschen Historischen Museum Berlin; dem Heinrich Heine Institut Düsseldorf; dem Kräuter- und Gewürzmuseum Kaulfuss, Abtswind; sowie diverser privater Leihgeber geben Einblick in die Vielfalt des meist getrunkenen Getränkes der Welt.

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