Alltag-Luxus-Schutz. Schmuck im Alten Ägypten, 13. März – 13. November 2016

Zu den faszinierendsten Gegenständen der altägyptischen Alltagskultur sowie der Grabausstattung gehören zweifellos die zahlreichen, oft aufwendig gearbeiteten Schmuckstücke, deren Materialfülle und Formenreichtum beeindrucken: schlichte, in verschiedenen Blau- und Grüntönen changierende Fayenceketten, fein geschliffene bunte Halbedelstein-Perlen, zierliche Armreifen und filigrane Ohrringe aus Edelmetall sowie die gesamte Göttervielfalt abbildende Amulette. 

Bereits in neolithischer Zeit schmückten sich die Ägypter mit Ketten, Armbändern, Ringen und einfachen, oft abstrakt gestalteten Amuletten aus farbigen Steinen, Elfenbein, Tierknochen, Muscheln und Schnecken. Schon damals galt Schmuck als Statussymbol und wirksamer Schutz vor Unheil. Als im 4. Jahrtausend v. Chr. die Metallbearbeitung einsetzte, sorgte die Weiterentwicklung von Handwerkstechniken auch bald für die Entfaltung des Schmuckrepertoires.

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Siebold Netsuke treffen japanische Schönheiten, 3. Juli – 6. November 2016

Seit dem Erscheinen von Edmund de Waals Bestseller "Der Hase mit den Bernsteinaugen", der das außergewöhnliche Schicksal der Familie Ephrussi anhand einer NETSUKE-Sammlung erzählt, ist dieser Begriff einer breiten Öffentlichkeit bekannt. NETSUKE sind japanische Miniatur-Schnitzereien. Sie dienten einst als Gegengewicht zur Befestigung eines "Sagemono", eines hängenden Behältnisses, wie z. B. eines "Inrõ", einer flachen, kleinen, mehrteiligen Lackholzdose am "Obi", dem Gürtel des taschenlosen Kimono. NETSUKE-Figuren sind mit zwei Löchern, den sogenannten "Himotoshi", zum Durchziehen einer Schnur versehen. Hergestellt wurden NETSUKE ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert mit dem Erstarken des Bürgertums und hielten sich bis in die 1880er Jahre, als der Kimono beim japanischen Mann als Alltagskleidungsstück außer Gebrauch geriet.

In der Münchner Sammlung des Würzburger Arztes, Japan- und Naturforschers, Ethnologen, Botanikers und Sammlers Phillipp Franz von Siebold (1796 -1866) befinden sich über 50 NETSUKE, die er bei seiner zweiten Reise (1859 -1862) ins Land der aufgehenden Sonne sammelte und mitbrachte. Viele der kleinen japanischen Miniatur-Schnitzereien stellen mythologische Figuren, insbesondere Glücksgötter, Tiere, Früchte, sowie Gegenstände und Szenen aus dem Alltag dar.

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Der Barbarenschatz – Geraubt und versunken im Rhein, 28. Juni – 8. November 2015

Vor über 1700 Jahren versank er in den Fluten des Rheins: der „Barbarenschatz“ aus Neupotz bei Speyer. Der einmalige Schatzfund aus dem Rhein wurde Anfang der 1980er Jahre beim Kiesabbau im Altrhein entdeckt und gilt als der größte römerzeitliche Metallfund in Europa. Er umfasst über 1.000 Objekte aus Bronze, Messing, Eisen und Silber und hat ein Gewicht von über 700 kg und ist heute im Eigentum der Gebrüder Kuhn.

Der Fund stammt aus einer Zeit, als sich das Römische Reich in einer schweren Krise befand: Germanen bedrohten die Reichsgrenze. Von Habgier und Not getrieben überwanden sie in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts den Limes und drangen in römisches Gebiet ein. Gutshöfe, Siedlungen und sogar Heiligtümer fielen den Plünderern zum Opfer. Auf ihren Beutezügen stießen die Eindringlinge tief nach Südgallien und sogar bis zu den Pyrenäen vor. Vermutlich versuchte eine auf der Lauer liegende römische Flotte, die mit reicher Beute beladenen Eindringlinge auf ihrem Heimweg beim Überqueren des Rheins abzufangen. Dabei versank ein Teil der Beute im Fluss.

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